Seit Jahren betrachte ich das Schweizer Vereinsleben aus unmittelbarer Nähe und wundere mich immer wieder, wie fest Sportclubs in unserem Land verwurzelt sind crescianoboulder.ch. Egal ob Fussball, Turnen, Bouldern oder Schwingen – die rund 19’000 Sportvereine im Land sind das Fundament des Breitensports. In diesem Artikel präsentiere ich meine Erkenntnisse, liefere Orientierungshilfen und zeige auf, welche Neuerungen das Clubjahr prägen. Wer den passenden Verein sucht oder einfach informiert bleiben möchte, findet hier praxisnahe, sofort nutzbare Informationen.

Das Spektrum der Schweizer Sportvereine erfassen

Die Schweizer Sportlandschaft ist bemerkenswert dicht: Statistisch kommt ein Verein auf etwa 460 Einwohnerinnen und Einwohner. Ich sehe darin einen offensichtlichen Vorteil, denn kaum ein anderes Land bietet eine vergleichbare Auswahl direkt vor der Haustür. Von klassischen Turnvereinen über trendige Boulderhallen bis zu weniger bekannten Angeboten wie Indiaca oder Faustball decken die Clubs nahezu jede Bewegungskultur ab. Diese Vielfalt macht es möglich, auch Nischeninteressen kollektiv auszuleben.

Was mich besonders begeistert, ist die föderale Struktur. Jeder Kanton und viele Gemeinden fördern den Sport aktiv mit eigenen Programmen, etwa über Sportämter oder kantonale Sportkonzepte. Dadurch entsteht ein dichtes Netz, das auch in ländlichen Regionen tragfähig ist. Meine Erfahrung zeigt, dass selbst kleine Dörfer oft einen Mehrspartenverein führen, der Jung und Alt integriert. Genau diese lokale Verankerung sorgt für kurze Wege und einen starken sozialen Kitt, den ich bei jedem Besuch neu schätze.

Breitensport versus Leistungssport: Zwei Welten unter einem Dach

Geldmittel und Kostenstrukturen im Check

Viele Vereine bündeln heute Hobby- und Wettkampfsport unter einem Dach, etwas, das ich aus konzeptioneller Sicht besonders sinnvoll halte. Indes ambitionierte Athletinnen und Athleten in Leistungskadern arbeiten, steht das offene Training für alle zugänglich. Diese Flexibilität fördert Vorbilder und spornt Nachwuchstalente zusätzlich. Ich beobachte immer wieder, dass Jugendliche durch den direkten Kontakt zu Kadersportlern mit einem Mal selbst mehr erreichen wollen. Gleichzeitig bewahren Hobbysporttreibende ihren festen Platz, ohne Druck zu empfinden.

Für Kindern und Jugendlichen stellt das Zusammenspiel von Spass und Wettkampf eine bedeutende Lernumgebung . Vereine, die beides trennen können, melden mir eine stärkere langfristige Mitgliederbindung zurück Ausschlaggebend ist, so erfahre ich von Vorständen, eine transparente Kommunikation der diversen Trainingsziele. Ohne kluge Steuerung kommen sonst Reibungen zwischen den Gruppen. Deshalb empfehle ich bei der Vereinswahl einen Check auf das Leitbild, um zu ermitteln, welche Philosophie der Club tatsächlich umsetzt.

Die finanziellen Rahmenbedingungen unterscheiden sich von Club zu Club beträchtlich. Während klassische Turnvereine oft mit Jahresbeiträgen um 100 bis 200 Franken zurechtkommen, können spezialisierte Angebote wie Bouldern oder Eishockey rasch auf 500 bis über 1’000 Franken pro Jahr steigen. Aus meiner Analyse resultieren die Mehrkosten vor allem durch Hallenmieten, spezielles Material und lizenzierte Trainer. Ich rate, bei Probetrainings explizit nach dem Gesamtbudget zu fragen, inklusive Ausrüstung, Lager und etwaiger Lizenzgebühren.

Erfreulich ist, dass viele Gemeinden und Stiftungen Beitragsgesuche unterstützen. In mehreren Kantonen existieren zudem Familiensporttarife, die Geschwistern und Eltern ermässigte Beiträge offerieren. Eltern sollten auch prüfen, ob die Krankenkasse über Zusatzversicherungen einen Teil der Vereinsbeiträge zurückzahlt. Ich selbst habe schon erlebt, wie Familien durch gezielte Fördermittelbelastungen von mehreren Hundert Franken entbürdet wurden. Gerade bei teureren Sportarten lohnt sich diese Recherche enorm.

Updates aus dem Sport in der Schweiz: Was sich gerade verändert

In den zurückliegenden Monaten haben mehrere Verbände und Behörden Regelanpassungen und neue Förderprogramme veröffentlicht, die für Vereinsmitglieder unmittelbar bemerkbar sind. Ich fasse die wichtigsten Änderungen zusammen, die mir bei meiner Recherche aufgefallen sind und die für die Praxis etwas ändern. Von überarbeiteten Jugend-Sportrichtlinien bis zu frischen Infrastrukturprojekten lohnt sich ein näherer Blick. Diese Aktualisierungen beeinflussen Trainingsalltag, Kosten und Teilnahmebedingungen unmittelbar, also musst du sie kennen.

Weiterentwicklung von J+S und neue Förderschwerpunkte

Jugend und Sport (J+S) hat seine Ausbildungsstruktur noch flexibler gestaltet, um Vereinen mehr Spielraum zu geben. Als Beobachter schätze ich, dass inzwischen kompaktere Einführungskurse für Hilfsleiter zur Verfügung stehen. Besonders für kleinere Clubs bedeutet das eine dringend notwendige Hilfe, weil sie so schneller Personal finden können. Die Teilnehmer müssen jetzt mindestens 14 Jahre alt sein und vorgeschriebene Online-Schulungen absolvieren, bevor sie mithelfen dürfen. Das reduziert die Zugangsbarriere, ohne die Qualität zu gefährden.

Bouldern und Klettern als Beispiel für dynamisches Vereinswachstum

Kaum ein anderer Sport zeigt aus meiner Sicht derzeit eine so starke Mitgliederkurve als das Bouldern und Sportklettern. Nach den Olympischen Spielen und dem zunehmenden Angebot an kommerziellen Hallen strömen Menschen mit vollkommen unterschiedlichem Hintergrund in die Vereine. Ich selbst klettere seit Jahren und verfolge, wie die Szene ihre ursprüngliche Subkultur ablegt, ohne den Kern der Gemeinschaft zu verlieren. Bei Nachwuchsrekrutierung bis zur Wettkampforganisation bietet dieser Bereich eindrückliche Parallelen zum gesamtschweizerischen Vereinswandel.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor steht in der tiefen Einstiegshürde. Eine Schnupperkletterstunde liegt bei in vielen Hallen zwischen 25 und 35 Franken inklusive Leihschuhen, und die meisten Boulderclubs haben ein monatliches Passivmitgliedschaftsmodell ab rund 50 Franken an. Das ist erheblich günstiger als eine volle Fitnessmitgliedschaft, bei vergleichbarer Intensität. Ich beobachte, dass besonders Studierende und Berufstätige zwischen 25 und 40, die früher vereinsfern waren, jetzt den Weg in die Hallen entdecken und langsam auch das Clubleben kennenlernen.

Integration in den Verein in einer kommerzialisierten Szene

Material, Sicherheitsaspekte und Bildungswege

Im Kontrast zu vielen anderen Sportarten ist die Ausstattungsverantwortung beim Bouldern vergleichsweise gering, aber die Sicherheitsstandards sollten nie vernachlässigt werden. Ich erlebe oft, dass Einsteiger den Unterschied zwischen Bouldern in Absprunghöhe und Sichern am Seil nicht hinreichend kennen. Ein guter Verein lehrt beides planmäßig und führt ein Logbuch, das absolvierte Sicherheitskurse dokumentiert. Achte darauf, dass der Club von Swiss Alpine Club oder einer anderen anerkannten Stelle bestätigt wird; das sichert kontrollierte Betreuungskompetenz.

Wer sich zum Vorstiegskletterer oder sogar zum Trainer weiterbilden möchte, findet über die Vereine präzise definierte Ausbildungswege. Vom Sachkundenachweis Klettern über den Jugendleiter bis zum Boulderspezialisten spannt sich die Palette. Mir imponiert die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und kommerziellen Kletterschulen – sie bildet ein flächendeckendes, qualitativ hochstehendes Ausbildungsnetz. Diese Offenheit kannst du verwenden, um dich Schritt für Schritt zu spezialisieren, ohne gleich den Verbandseintritt beabsichtigen zu müssen.

So entdeckst du den passenden Verein – meine bewährte Schritt-für-Schritt-Anleitung

Nach unzähligen Gesprächen mit Wechselwilligen bin ich mir bewusst, wie herausfordernd die Vereinssuche sein kann. Bloß den nächstgelegenen Club zu nehmen, greift oft zu kurz. Ich rate zu eine strukturierte Herangehensweise, die eigene Ziele, zeitliche Ressourcen und gesellschaftliches Umfeld berücksichtigt. Mit der folgenden Anleitung landen selbst unentschlossene Sportbegeisterte in einem Club, der langfristig Freude bringt. Sie beruht auf Methoden, die ich über Jahre verfeinert habe und die sich bei vielfältigen Sportarten etabliert haben.

Die erste und wichtigste Regel lautet: Nimm dir Zeit für mehrere Probetrainings. Ich bin kein Freund von schnellen Entscheidungen nach einem einzigen Besuch, denn Stimmung und Trainingsqualität schwanken je nach Tag und Struktur der Gruppe. Ein Verein, der beim ersten Eindruck überzeugt, kann beim zweiten Mal Schwächen offenbaren. Mein Standardrat ist, mindestens zwei bis drei Termine bei verschiedenen Übungsleitern wahrzunehmen und danach ein ehrliches Bauchgefühl mit konkreten Kriterien zu überprüfen.

  1. Bedarfsanalyse durchführen: Halte fest, welche Ziele du anvisierst (Fitness, Wettkampf, Geselligkeit) und wie viele Stunden pro Woche machbar sind. Ich erledige das selbst mit einem einfachen Blatt Papier – es fokussiert die Prioritäten enorm.
  2. Regionale Auswahl sondieren: Nutze die kantonalen Sportdachverbände, Swiss Olympic und Plattformen wie sportverein.ch. Ich filtere zuerst nach Distanz zum Wohnort, denn lange Anfahrtswege sind auf Dauer der verbreitetste Austrittsgrund.
  3. Probetrainings arrangieren: Schreibe mindestens drei Vereine an und bitte nach unverbindlichen Schnupperterminen. Nenne deine Vorerfahrung, damit der Trainer die Übungen anpassen kann. Ich schaue dabei auf die Reaktionszeit – sie zeigt, wie organisiert der Club ist.
  4. Evaluationskriterien abhaken: Beurteile während der Probetrainings konkret Trainerqualität, Gruppendynamik, Anlagenzustand und Kommunikation. Ich beurteile jedes Kriterium mit einer Schulnote, das macht den Vergleich später leichter und neutralisiert die Entscheidung.
  5. Mitgliedschaft abklären: Lass dir die Statuten, Beitragsordnung und eventuelle Pflichttermine aushändigen. Ich bestehe auf einer schriftlichen Übersicht – mündliche Zusagen allein haben mich schon öfter in die Irre geführt.

Die fünf Schritte mögen aufwändig erscheinen, doch sie schützen vor Enttäuschungen. In meiner Beratungspraxis melden über 80 Prozent der Ratsuchenden wieder, dass sie sich danach viel sicherer fühlen. Ein weiterer wertvoller Nebeneffekt: Wer mehrere Vereine besucht, lernt die lokale Sportszene besser kennen. So entstehen oft Kontakte, die auch über die Vereinswahl hinaus nützlich sind. Der initiale Mehraufwand zahlt sich also gleich mehrfach aus.

Die richtige Clubkultur erkennen und festigen

Jeglicher Club hat seine ganz eigene Persönlichkeit, und ebendiese entscheidet über Behaglichkeit oder Enttäuschung. Ich halte es für einen der größten Fehler, lediglich auf Sportart und Preis zu blicken, ohne dabei die soziale Atmosphäre zu prüfen. Bei meiner Betrachtung divergieren Vereine häufig grundlegend in Art der Kommunikation, Tradition und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen. Der perfekte Club auf dem Papier vermag sich als unbehaglich erweisen, sofern die Chemie nicht passt. Deshalb widme ich diesem Aspekt hier gezielt einen gesonderten Abschnitt.

Ein simpler Test, den ich regelmäßig nutze: Betrachte, wie innerhalb des Clubs über Fehler gesprochen wird. Wird ein verpatzter Spielzug vor allen kritisiert, analytisch betrachtet oder ignoriert? Idealerweise zieht der Trainer den Sportler zur Seite und bietet konstruktives Feedback. Eine Organisation, die Fehler als Möglichkeit zur Weiterentwicklung handhabt, etabliert ein psychologisch sicheres Umfeld. Ich habe das beim Eiskunstlaufverein in Chur anschaulich miterlebt, wo nach Stürzen nicht Applaus vorausgesetzt wurde, sondern stattdessen gezielte Analysearbeit durchgeführt wurde. Präzise, respektvoll – und äußerst wirkungsvoll.

Kommunikation und Konfliktlösung im Alltag des Vereins

Selbst in harmonischsten Vereinen treten Konflikte auf. Ausschlaggebend ist, ob der Club klare Mechanismen dafür besitzt. Gewisse Vereine setzen auf ein Telefon für Konflikte oder eine Ombudsperson, vor allem in umfangreicheren Strukturen mit Jugendabteilungen. Ich rate, vor Eintritt das Ansprechpartnerteam zu konsultieren und nach dem spezifischen Vorgehen bei Zuwiderhandlungen gegen den Verhaltensregeln zu fragen. Wer hier unklar antwortet, zeigt möglicherweise organisatorische Mängel auf.

Die moderne Vereinskommunikation erfolgt häufig über Messaging-Dienste wie Signal oder Threema. Wichtig ist, dass alle wesentlichen Infos dennoch zentral abgelegt werden. Ich habe Clubs erlebt, die wegen unkoordinierter Chatgruppen wesentliche Absagen verpassten, was zu ausgefallenen Trainingseinheiten führte. Eine sinnvolle Maßnahme sind feste Zeitfenster für Kommunikation, in denen eine Person die Zusammenfassung in eine Plattform oder einen Mailverteiler übermittelt. So bleibt jede und jeder orientiert, ohne in der Flut von Nachrichten verloren zu gehen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verhinderung von Überlastungsschäden bei Jugendlichen. J+S stellt den Vereinen umfangreichere Leitfäden und Trainerkarten zur physischen Belastungssteuerung zur Verfügung. Ich rate allen Jugendtrainerinnen und -trainern, diese Materialien mindestens einmal durchzugehen. In Testphasen in drei Kantonen zeigte sich eine signifikante Senkung der verletzungsbedingten Ausfälle. Wer frühzeitig auf fundierte Aufbauprogramme setzt, verhindert chronische Probleme, die später Karrieren kosten können.

Neue Infrastrukturprojekte und ihre Chancen

Schweizweit entstehen gerade zahlreiche moderne Sportanlagen, die für Vereine neue Heimat bieten. Besonders im Raum Winterthur, Luzern und Lugano beobachte ich grosse Investitionen in polysportive Hallen, die Kletterwände, Gymnastikräume und Rasenspielfelder unter einem Dach kombinieren. Diese Projekte werden oft in öffentlich-privaten Partnerschaften realisiert und sollen den Mangel an winterfesten Trainingskapazitäten verringern. Für Vereine bedeutet das konkret: Längere Nutzungszeiten und weniger Ausweichverkehr zwischen Schulsporthallen.

Parallel dazu begünstigt das Bundesamt für Sport gezielter den Sanierung bestehender Anlagen in energieeffiziente Sportstätten. So profitierte kürzlich ein Ostschweizer Turnverein von einem Zuschuss für eine Photovoltaikanlage auf dem Clubdach, was die jährlichen Nebenkosten um knapp 2’000 Franken reduziert. Solche Entlastungen schlagen direkt auf die Mitgliederbeiträge durch. Ich lege nahe allen Vorständen, die aktuellen Förderfenster von Swiss Olympic zu prüfen; die Antragsfristen sind oft knapp, aber der Aufwand lohnt sich spürbar.

Neueste Entwicklungen und Entwicklungen im Schweizer Clubwesen

Die letzten zwei Jahre haben das Clubleben durcheinandergewirbelt, aber auch einen Digitalisierungsimpuls ausgelöst, den ich so nicht gedacht hätte. Immer mehr Clubs präsentieren Online-Kurse, digitale Choreografien oder virtuelle Mitgliederversammlungen an. Diese Anpassungsfähigkeit behalten sie nun oft bei, auch wenn der Vor-Ort-Betrieb zurück ist. Ich halte das für klug, denn hybride Möglichkeiten senken die Hemmschwelle für Neumitglieder und ermöglichen Trainings auch bei knappen Zeitplänen. Ein wahrer Gewinn für den modernen Vereinssport.

Ins Auge fallend ist für mich der fortdauernde Boom bei Outdoor- und Trendsportarten. Boulderhallen, Trailrunning-Gruppen und Stand-up-Paddling-Clubs wachsen stark, während traditionelle Optionen wie Leichtathletikvereine um Mitglieder bemühen. Ich deute mir das mit dem Wunsch nach flexiblen, erlebnisorientierten Sportformaten, die weniger Verpflichtungsgrad haben. Viele dieser Clubs bieten bewusst niederschwellige Probemöglichkeiten und sehen ab auf starre Trainingspläne. Das kommt einem modernen Lebensstil entgegen und zieht eine neue Zielgruppe in die Vereine.

Digitalisierung von Training und Management

Umweltbewusstsein und Integration als steigende Themen

In Unterhaltungen mit Vereinsleitungen fällt mir häufig auf, wie stark die digitale Transformation die Verwaltung transformiert hat. Lösungen wie ClubDesk oder Vereinssoftware aus der Schweiz erlauben heute eine digitale Mitgliederverwaltung. Das spart nicht nur Aufwand, sondern minimiert auch Fehler. Ich persönlich erlebe bei Clubs, die umgestiegen sind, eine merkbare Entlastung des Ehrenamts. Weniger Bürokratie bringt mehr Schwung für das tatsächliche Clubleben – ein vorteilhafter Kreislauf.

Für Trainingszwecke sehe ich auch einen deutlichen Entwicklung zu Apps. Vom Trainingsprogramm bis zur Taktikboard einsetzen selbst Freizeitvereine modernes Werkzeug, das ehemals Professionellen zugedacht war. Insbesondere faszinierend finde ich Videoanalyse-Software, die jetzt zu erschwinglichen Kosten zugänglich sind. Ein mittelgrosser Fussballclub im Kanton Zürich demonstrierte mir, wie sie mit simpeler Ausstattung Spielausschnitte ins Teamchat posten und gemeinsam auswerten. Das unterstützt Lernerfolge und stärkt den Teamzusammenhalt ohne kostspielige Hardware.

Ökologie ist kein Nebenthema mehr: Mehr und mehr Sportvereine verankern ökologische Maßnahmen in ihren Statuten. Ich sehe, wie Clubs auf Mehrwegbecher setzen, Fahrgemeinschaften unterstützen oder Solaranlagen auf Clubhäusern anbringen. Besonders bemerkenswert finde ich Vereine, die Spiessweiterungen aus recycelten Materialien verwenden oder bei Turnieren regionale, saisonale Verpflegung anbieten. Diese Schritte stärken das Profil und ziehen umweltbewusste Mitglieder an, die heute genau diesen ganzheitlichen Ansatz suchen.

Parallel dazu erkenne ich erhebliche Fortschritte bei der Inklusion. Immer mehr Clubs ermöglichen barrierefreie Zugänge und inklusive Trainingsgruppen. Ich habe mir spezielle Programme im Kanton Bern angesehen, wo ein Leichtathletikverein wöchentlich eine gemischte Sportgruppe für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung durchführt. Was mich daran besonders überzeugt, ist die Selbstverständlichkeit im Miteinander. Diese Entwicklung wird von Swiss Paralympic und dem Bundesamt für Sport mit gezielten Programmen vorangetrieben, was die Breitenwirkung erhöht.

Vereinszugehörigkeit und Clubleben: Das solltest du genau kennen

Eine Aufnahme im Schweizer Sportverein bedeutet weit mehr als regelmässiges Training. Es geht um Partizipation, freiwilliges Engagement und ein engmaschiges soziales Netz. Ich sehe immer wieder, dass Neueinsteiger diesen gesellschaftlichen Aspekt nicht beachten. Anders als im Fitnessstudio wird in einem Verein kollektiv entschieden, organisiert und gefeiert. Wer sich darauf einlässt, gewinnt schnell echte Freundschaften. Es ist sinnvoll, die unbekannten Pflichten und Rechte von Anfang an zu kennen, um keine negativen Überraschungen zu erfahren.

Rechte, Verpflichtungen und das informelle Regelwerk

Jeder Verein hat dokumentierte Statuten, die über die Website oder auf Anfrage zugänglich sind. Darin finden sich die formellen Mitgliedschaftsrechte, etwa das Wahlrecht an der Generalversammlung. Ich rate dringend, diese Versammlung im ersten Jahr zu besuchen, auch wenn sie oft auf den ersten Blick langweilig wirkt. Dort erfährst du die Entscheidungswege verstehen und erkennst, welche Themen den Club bewegen. Mir selbst hat das zu Beginn oft die Augen geöffnet, hinter die Kulissen eines Betriebs zu sehen, den man sonst nur im Trainingsmodus sieht.

Nebst den formellen Regeln existiert fast immer ein ungeschriebenes Regelwerk. Das betrifft Punkte wie Pünktlichkeit, Mithilfe bei Anlässen oder den Umgangston. Ich rate dazu, sich in den ersten Wochen zurückhaltend zu verhalten und aufmerksam zu beobachten. Manche Vereine legen grossen Wert auf gemeinsames Materialpflegen nach dem Training, andere sind da lockerer. Ein Fettnäpfchen ist schnell umlaufen, wenn du erfahrenen Mitgliedern Fragen stellst und echtes Interesse am Vereinsalltag zeigst.

Freiwilligenarbeit als zentraler Erfolgsfaktor

Das Ehrenamt ist das Herzstück jedes Clubs, und ohne freiwillige Helfer wären die meisten Vereine zahlungsunfähig. Ich habe selbst mehrere Jahre einen Jugendleiterposten begleitet und weiss, wie viel Herzblut in Trainings, Materialpflege und Organisation fliesst. Anerkennung bekommen die Engagierten leider selten. Wer neu eintritt, sollte sich früh überlegen, wo er oder sie sich ein kleines Stück einbringen kann, sei es bei einem Apéro oder als Fahrer für Auswärtstermine. Das schafft sofort Ansehen und Vertiefung.

Die zeitliche Belastung lässt sich häufig flexibel gestalten. Kleine Aufgaben wie Trikotwäsche oder Verkauf von Kuchen an Turnieren erfordern nur sporadisch Zeit. Viele Clubs führen außerdem eine Online-Helferbörse, in die man sich registrieren kann. Ich denke, dass das Ehrenamt viel an Schrecken verliert, wenn es offen und in kleinen Portionen organisiert wird. So bleibt ausreichend Platz für das eigene Training, und du siehst den Verein aus einer anderen, gewinnbringenden Perspektive.

Zukunftsausblick: Wohin steuert das Schweizer Sportvereinswesen?

Ein Ausblick in die kommende Zukunft verdeutlicht mir, dass hybride Sportmodelle und inhaltliche Fokussierung weiter ansteigen werden. Immer mehr regionale Kooperationen vereinen Kräfte, etwa wenn mehrere kleine Turnvereine eine gemeinschaftliche Ausrüstungshalle verwalten und die Übungsleiter austauschen. Diese Tendenz unterstütze ich, denn sie hält das ehrenamtliche System stabil und generiert ansprechende Trainingsstunden, die andernfalls nicht tragbar wären. Die Herausforderung wird sein, die örtliche Eigenart gleichwohl zu schützen und nicht zum unpersönlichen Sportdienstleister abzusinken.

Parallel dazu schieben kommerzielle Sportanbieter und lockere Übungsgemeinschaften auf den Sektor, die ohne formale Vereinsorganisation auskommen. Ich sehe darin kaum eine Bedrohung als eine Herausforderung, das eigene Profil zu stärken. Clubs, die Zusammenhalt, Qualifizierung und gemeinschaftliche Mitwirkung anbieten, können etwas, was ein informelles Netzwerk nicht erbringen kann. Gerade die Mischung aus individueller Begleitung, gesellschaftlicher Wertschätzung und demokratischer Mitgestaltung ist ein Pfund, mit dem etablierte Vereine glänzen sollten.

Was mir besonders Optimismus macht, ist die Offenheit der jungen Generation für Mitarbeit, wenn der Rahmen stimmt. Projekte wie „Jugend führt Verein“ oder Mentoring-Programme in verschiedenen Kantonen belegen, dass junge Erwachsene durchaus bereit sind, Aufgabe zu übernehmen – sofern, sie erhalten Entfaltungsraum. Ich beobachte diese Initiative sehr aufmerksam, denn sie könnte die oft beschworene Sorge um Nachwuchs im Vorstand entschärfen. Neue Ideen ausschliesslich reichen aber nicht; der Gesamtclub muss auch freigeben können und Fehler als Entwicklungsphasen hinnehmen.

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